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H. Jung
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Tweety 12
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2ter Bericht aus der Ferne:
Zusammenfassung ueber das Jahr 2001

zu Hause |
Sandra fuehlt sich nach wie vor absolut wohl in der neuen Familie. Und das beste ist, sie darf nun auch dort bleiben so lange sie selbst es will bzw. so lange es erforderlich ist. Sie weiss das sie nun endlich ein neues zu Hause hat wo sie nicht wieder weg muss. Ihr Leben ist jetzt fast so normal wie es in jeder Familie sein sollte - und das ist gut so. Wie wichtig es fuer eine gute Entwicklung ist, in einer stabilen Umgebung aufzuwachsen mit der Gewissheit nicht abermals ins Ungewisse geschickt zu werden, dies kann man an Sandras guter Weiterentwicklung sehen. |

Ostern 2001 |

Sicher wird man nun wieder schwer entruestet sein, dass es hier wieder einen neuen Bericht gibt wie beim letzten, aber sorry, ich berichte auch ueber gute Dinge und nicht nur ueber schlechtes.
Sandras Leben bewegt sich nun langsam in normalen Bahnen. Natuerlich haben es Pflegeeltern am Anfang sicher nicht ganz leicht, denn sie muessen vieles beim Kind erst erforschen - sie kennen es ja nicht so genau - und sicher fallen sie dann auch schon mal von einer leichten Ohnmacht in die naechste wenn das Kind aus seinem Vorleben erzaehlt. (Stimmt das denn alles so???)
Mich wundert nur immer wieder wie Kinder - auch Entwicklungsverzoegerte und Lernbehinderte - es doch immer wieder schaffen, all das aufzuarbeiten, was die Erwachsenen ihnen eingebrockt haben. Das ganze verstehen, das wird wohl noch etwas dauern und dazu muss man wohl Erwachsen sein. Obwohl, die Ignoranz und Selbstherrlichkeit so einiger daran beteiligten Personen kann ich bis heut nicht verstehen. Von allen Therapien ist wohl nun mitlerweile nur das Reiten und Schwimmen uebrig geblieben. Sandra straft den Kinderphsychologen mit ihrer Entwicklung eigendlich mit Luegen. Schon nach kurzer Zeit wird sie zur Klassensprecherin gewaehlt, ist laufend irgendwo zum Geburtstag oder zum Spielen bei anderen Kindern zu Hause eingeladen. Dies alles bei einem Kind das doch unbedingt eine Klinik braucht um etwas lernen zu koennen und das doch so Kontaktarm ist....????
Auch in der Schule macht Sandra sich nun recht gut und das Zeugnis ist wirklich nicht schlecht.
Ihr Leben spielt sich nun in der neuen Familie ab und all das ist wichtig fuer sie. Der Ausflug in den Wald, der Wanderurlaub der demnaechst ansteht, die Nachtwanderung an Sylvester.... und das ist gut so. Auch wenn man heut vielleicht sich darueber Sorgen macht das sie etwas aufgedreht ist wenn sie nach einem Wochenende bei Mama wieder kommt, nun man sollte bedenken, das dies auch eine Belastung fuer das Kind ist. Fuer nur wenige Stunden bei Mama jeweils eine lange hin und Rueckfahrt - im Winter oftmals recht schwierig bei den Strassenverhaeltnissen, daheim die Hektik mit den zwei Geschwistern... das alles ist auch eine Belastung fuer das Kind. Und wenn da nicht die zwei kleinen Brueder waeren, ich glaube dann kommt die Zeit noch schnell genug, wo sie gar keine Lust hat fuer nur wenige Stunden nach Hause zur Mama zu fahren. Die Freundinnen werden irgendwann sicher viel wichtiger werden.
Wichtig ist fuer Sandra auch der Kontakt zum Vater, ganz besonders was er ihr geschenkt hat. Soll ich das Kind und die Pflegeeltern nun in ihrem guten Glauben an den Vater enttaeuschen und Ihnen sagen das der Roller den sie zu Weihnachten bekommen hat, vertauscht wurde und sie meinen neuen hat und der alte, gebrauchte und defekte jetzt bei Mama steht? Ich finde nein, lassen wir dem Kind den Glauben an den Vater und erhalten wir den Pflegeeltern den guten Eindruck vom Vater. Wenn wir etwas sagen wird uns ja doch nicht geglaubt. Irgendwann wird man schon aufwachen und sich nicht mehr taeuschen lassen.
Jetzt nach fast zwei Jahren das wir hier wieder weg mussten, faengt Sandra auch endlich wieder an, ueber ihre Freunde hier zu sprechen. Endlich also faengt sie an das Erlebte langsam zu verarbeiten, hat sie es doch bisher sehr gut verdraengt. Es war also doch gut das ich im letzten Jahr nicht nach Deutschland bin um sie zu besuchen. Ich wollte die gute Eingewoehnung nicht unterbrechen und es hat sich ausgezahlt.
Auf alle Faelle ist Sandra auf dem besten Weg ein ganz normales Kind in einer ganz normalen Familie zu werden, und das ist gut so.
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Endlich wieder ein ganz normales Leben |
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Hoffen wir, das sie auch in Zukunft so gute Fortschritte macht, Dank der guten Pflegeeltern. Wenn es wieder etwas neues zu berichten gibt, wird Tweety es erzaehlen - gutes und schlechtes - so wie es kommt. Das ist das Leben. Bis bald.
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Diese Seite wurde erneuert am: 30-01-2002 von Helma Jung
Der Autor eines Teils der Graphik ist
Anna-S-Thesia.
Mein Dank gilt allen, die solche Sachen
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Die Namen der genannten Personen
wurden durch fiktive Namen ersetzt |