31.o3.2002
Marcellino ist acht Jahre alt. Diagnose: Ceroidlipofuszinose
Sein Gehirn baut sich ab. Sein aelterer Bruder ist an dieser Krankheit gestorben. Seine Mutter bezieht Sozialhilfe und ist in keiner Krankenkasse. Sie traegt den Achtjaehrigen zum Arzt und in die Klinik, denn sie hat kein Auto....
Wer hat Ideen wie man helfen koennte?
Hier ein kleines Beispiel fuer das schwere Schicksal von Mutter und Kind:
Marcellinos Mutter hat ein besonders schwieriges Schicksal zu tragen. Das Sozialamt als oertlicher Sozialhilfetraeger ist bis zu einem bestimmten Betrag zustaendig, alles andere an Kosten sollte der ueberoertliche Traeger, das Sozialministerium uebernehmen. Der zustaendige Sachbearbeiter ist sogenannten sozial schwachen Menschen gegenueber nicht sehr hilfreich, so dass Hilfsmittel wie zum Beispiel ein Rehawagen fuer den Jungen erst genehmigt wurden als das Fahrzeug schon zu klein war etc.
Mit der Mutter zusammen war eine mitleidsvolle Erzieherin beim Facharzt fuer Orthopaedie in der Uni-Klinik um diesem den genehmigten Wagen vorzustellen. Zu diesem Termin erschien der Sachbearbeiter des Sozialministeriums mit einem Mann vom Sanitaetshaus. Beide haben noch an dem Wagen herumgeschraubt, bevor dieser zum Arzt kam. Solche und aehnliche Szenen wurden in diesem Fall schon oefter erlebt.
Eine Klage beim Sozialgericht wuerde sich auch nur hinziehen...
Letzte Woche sah die Frau des Kinderarztes wie Marcellinos Mutter das Kind wieder in die Praxis ihres Mannes trug und war absolut entsetzt darueber, so dass Sie ihren Mann bearbeitet hat zu helfen.
Dieser schickte Marcellinos Mutter zur Bank um ein Spendenkonto zu eroeffnen und redete mit dem oertlichen Sozialamt, dessen Leiter zugesichert hat, ein gespendetes Fahrzeug wegen der aussergewoehnlichen Notlage nicht zu pfaenden...
Die Mutter ist wirklich in keiner Krankenkasse also auch nicht ueber's Sozialamt, so dass das Sozialministerium Kostentraeger waere und da sitzt leider wieder besagter Sachbearbeiter...

Und hier zu meiner grossen Bitte an alle Leser:
Wer kann helfen?
Gute Nachricht!!!! 25.09.2003
Dank des grossartigen Einsatzes von Frau Raymaker hat sich vieles zum Besseren gewendet!
Am 23.August 2003 hat die Eurosana die 'Helfende Hand' zur Beratung ausgestreckt und Marcellino's Mutter ist inzwischen mit allem Notwendigem versorgt. Sie hat einen Bus zum Transport des Jungen und ein geeignetes Reha-Fahrzeug. Da die Oeffentlichkeit involviert war, haben sich die Aemter kulant gezeigt!!!!!! Mein Dank geht an alle die mitgeholfen haben - auch an die Aemter!!
Sicher koennte ich diesen Hilfeaufruf nun von der Seite entfernen, da der Spendenaufruf sich ja nun erledigt hat.....
Aber ich denke ganz einfach, das es auch wichtig ist zu lesen, das man seinen Kampf einfach nicht aufgeben darf. Es gibt viele viele andere Kinder und Familien die ebenfalls Hilfe brauchen. Sie sind es die wir nicht vergessen duerfen. Auch wenn dieser Artikel vielleicht nur dazu beitraegt zu zeigen, das die Oeffentlichkeit tatsaechlich helfen kann.

Gebt den Kampf fuer die Kinder nicht auf!
Eine simple Webseite kann viel erreichen und wenn es dann noch so hilfsbereite Menschen wie Frau Raymaker gibt..... was kann dann noch schiefgehen????
Ein paar eigene Gedanken zu diesem Thema:
Warum ist man eigendlich stets ein Bittsteller bei Behoerden und Sachbearbeitern, die doch eigendlich dafuer eingesetzt wurden um zu helfen? Sicher muss der Staat sparen wenn es um Kosten geht, aber ist da nicht ein Gesetz was genau vorschreibt wie die Hilfe aussehen soll? Warum ist man stets auf Gedeih und Verderb den Launen und der Arroganz solcher Leute ausgesetzt?? Wer kontrolliert solche Aemter, Behoerden und Mitarbeiter daraufhin, das sie ebenfalls einwandfrei ihre uebertragenen Aufgaben erfuellen?
Gottlob gibt es auch absolut hilfreiche und freundliche Menschen in solchen Positionen, aber ich glaube, diese sind leider in der Minderheit.
Die Undurchsichtigkeit unserer guten Gesetze gestattet es , das Sozialamtsmitarbeiter mit Auspruechen kommen wie:'gehen sie doch arbeiten, dann brauchen wir nicht mehr zahlen', 'sie koennen ja schwarz arbeiten gehen', 'wenn man kein Geld hat dann setzt man keine Kinder in die Welt', 'sie koennen ja heiraten, dann sind sie Krankenversicht mit ihren Kindern', von einer Mutter die ausser dem Kindergeld fuer zwei Ihrer Kinder kein Einkommen hat und auch keine Sozialhilfe bekommt weil sie seit 2 Jahren mit ihrem Lebenspartner nur zusammenlebt aber nicht verheiratet ist, dann verlangt das sie vom Kindergeld fuer zwei Kinder die Krankenkasse fuer sich und alle 3 kinder ( das dritte lebt in einer Pflegefamilie) zahlen muss. Arbeitsamtsmitarbeiter mit Ausspruechen kommen duerfen wie: 'sie duerfen nicht arbeiten, denn sie haben ein Kleinkind',( die Arbeitsaufnahme auch dann verboten wird wenn man einen Arbeitgeber gefunden hat wo man das Kind sogar mitnehmen kann) oder der Spruch ' ein Kind braucht eine Mutter und nicht einen bloeden Vater'.
Auf der anderen Seite Familiengerichte grosszuegeig anordnen, das Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden - Kosten von 4000 Euro pro Monat spielen keine Rolle - , denn der Staat ist die beste 'Uebermutter' die es gibt auch wenn man eigendlich alles umsonst haette haben koennen, dann aber spaeter am Jammern ueber die hohen Kosten ist und von einer mittellosen Mutter verlangt, das sie fuer die Krankenkassenkosten aufkommen muss denn dafuer hat man nun kein Geld mehr.
All dies kann nur geschehen, weil Informationen nur hinter vorgehaltener Hand verbreitet werden. Nur einen schwachen Menschen kann man treten, andere wuerden sich dies nicht gefallen lassen denn sie kennen ihre Rechte. Sicher wuerde auch Marcellos Mutter viel lieber arbeiten gehen und waere froh wenn sie ein gesundes Kind haette das ihr dies gestatten wuerde. Auch meine Tochter wuerde lieber arbeiten gehen als sich laufend bloede Sprueche anhoeren zu muessen. So ergeht es vermutlich den meisten Hilfesuchenden. Sie gehen nur zu diesen Aemtern und Behoerden wenn es absolut nicht anders geht.
Aber sie sind und bleiben die Bettler die an die Tuer klopfen und sind somit der Willkuer der Sachbearbeiter ausgesetzt die sicher nicht bedenken, das es ihnen schon morgen aehnlich ergehen koennte. Waeren sie informiert und wuerden sie mit klaren Forderungen an die Sachbearbeiter herantreten, dann wuerden sie ohne grossen Aufwand sofort das ihnen zustehende erhalten.
Sicher hat der Gesetzgeber sich dies so nicht voegestellt, aber leider ist dies die alltaegliche Wahrheit in der unsere Familien und Hilfesuchenden leben muessen. Auch langsam aufkommende Aggressivitaet bei manchen Hilfesuchenden die am Ende ihrer Kraefte sind, ist fuer mich verstaendlich. Meiner Meinung nach sollten auch Sozialaemter ihre Arbeit machen und nicht verschleppen. Sie sollten Unterlagen an die Krankenkasse schicken und zugesagte Zahlungen auch leisten und es nicht einfach vergessen was dann zum Rausschmiss aus der Krankenkasse fuehrt. S I E sollten erforderliche Unterlagen von einem Vater anfordern und nicht die geschiedene Ehefrau dazu auffordern, besonders dann wenn bekannt ist das er keinerlei Mitarbeit leistet. Gutachten und Anfragen wie z.B. fuer einen Rolliwagen sollten schneller bearbeitet werden und nicht Montae dauern. Die vielen Beispiele lassen sich hier nur annaehernd auffuehren.
Heute brauchen diese Kinder und dehren Familien Hilfe und nicht erst in einigen Monaten. Heute ist die Entscheidung eines freundlichen Mitarbeiters gefordert und nicht eine Aktenablage in's naechste Schubfach aus der man das ganze erst bei einer Klage wieder herausholt.

Aber wir alle koennen schon heute helfen und sei es nur, dass wir mit offenen Augen durch die Welt schreiten und sehen was um uns herum geschieht. Wenn's draussen schuettet , nehmen sie vom Kindergarten die Mutter und ihr Kind einfach in ihr Auto mit und bringen es trocken nach Hause, Haben sie ein Stueck Kuchen uebrig und wissen das ihre alte Nachbarin sich so etwas nicht leisten kann, warum bringen sie es ihr dann nicht einfach vorbei? Die kleinen Dinge sind es die unser Leben verschoenern - nicht Geld, Reichtum oder Macht. Das zumindest sind die Wertvorstellungen so wie ich sie einmal als Kind gelernt habe. Ich hoffe, das sich einige von Ihnen meiner Meinung anschliessen koennen. Nur wir koennen diese Welt verbessern. Ueberlassen wir es nicht der Arroganz und der Blindheit. Es hilft nichts wenn wir nur meckern und jammern, W I R muessen auch etwas dafuer tun.
Updatet am: 25.09.2003 von Helma Jung
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